Das gehört in jede Küche

Im Moment hat jeder etwas mehr Zeit um Ordnung zu schaffen. Ich bin dazu gekommen gesammelte Zeitungsberichte, die ich irgendwann mal durchgehen wollte, wenn ich Zeit dafür habe, zu lesen. Gerade ist die Zeit der Ausreden definitiv vorbei.
Vor etwas über einem Jahr hat Volker Hobl in der Welt am Sonntag eine Liste veröffentlicht, was alles in eine Küche gehört und was definitiv nicht.

Jeder hat natürlich seine eigene Liste. Ich kenne Leute, die haben in ihrer Küche ein Backblech, Backpapier, ein Holzbrett und ein Küchenmesser zum Schneiden der TK-Pizza. Geht natürlich, damit ist es allerdings nicht möglich einen Fond herzustellen oder eine kräftige Sauce einzukochen, wobei der TK-Pizza-Bäcker daran relativ wenig Interesse hat.

Einige Punkte von Herrn Hobl kann ich unkommentiert übernehmen, andere kann ich nicht nachvollziehen.

1. Töpfe
In verschiedenen Größen, eine Sauteuse, einen Bräter und einen Milchtopf.
Der Name Milchtopf sagt schon, für was er benötigt wird, ich sehe keinen Sinn darin. Alles andere sollte je nach Bedarf vorhanden sein. Wer gerne Fonds aus Knochen einkocht, dem empfehle ich einen einfachen, großen (30-50 Liter) Kochtopf.

2. Pfannen
Beschichtete für Fisch, gusseiserne für Fleisch, eine kleine für Pinienkerne, Eier, etc.

3. Bretter
Bretter zum Schneiden in verschiedenen Größen sind essenziell zum Arbeiten. Persönlich bevorzuge ich Bretter aus Polyethylen, wegen Hygiene und Geruch. Ich habe vor einigen Wochen mein letztes Bambusbrett weggeworfen, da ich da Fisch drauf geschnitten habe und der Geruch nicht mehr rausging. Eine Saftrinne ist sehr wichtig, gegen das Verrutschen einfach Dichtungsringe von Einmachgläsern oder ein nasses Küchentuch drunter legen.

4. Schüsseln
Aus Metall in verschiedenen Größen, optimalerweise stapelbar, hohe schmale Mesebecher zum Messen und Pürieren. Einen Sinn in Kunststoffschüsseln habe ich noch nicht gesehen. Wichtig ist eine Schüssel mit runden Boden, um Saucen oder Schokolade über einem Wasserbad zu schlagen oder zu schmelzen.

5. Messer
Keine Messer, die auf der Kirmes an der Schieß- oder der Losbude gewonnen wurden. Qualität hat noch immer seinen Preis und eine Investition lohnt sich. Ein ordentliches Koch-, Tomaten-, Gemüse- und Schälmesser. Ein mittelgroßes Messer für diverse Arbeiten, Spick-, Brot und Fischmesser ja nach Bedarf. Sparschäler, ist nicht unbedingt ein Messer, gehört für mich in die Kategorie. Auf keinen Fall einen billigen nehmen, er sollte gut in der Hand liegen und wenn möglich getestet werden, geht im Fachhandel besser als beim Einkauf im Internet. Jahrelang hatte ich einen miesen Sparschäler, der den Namen nicht im Entferntesten verdient hatte, aus dem Grund gab es zu lange wenig Kartoffeln. Mit einem guten Sparschäler geht das locker von der Hand.
Wetzstahl habe ich, benutze ich nur nie, ich bringe meine Messer zum Schleifen weg. Das dauert nicht lange und so scharf habe ich meine Messer noch nie selbst nachgeschliffen.

6. Kellen, Löffel & Co.
Schöpfkelle und Schaumlöffel, einen Kochlöffel aus Kunststoff oder Kochkellen aus hitzebeständigen Silikon. Ich habe einen Kochlöffel aus Holz (Olivenholz), den verwende ich ausschließlich zum Backen. Je nach Bedarf einen Schneebesen, ich habe einen an der Kitchen Aid und einen Schneebesen-Aufsatz für meinen Pürierstab.

7. Siebe
In verschiedenen Größen, gibt es im Dreierset – Teesieb, mittleres und großes Sieb. Für Saucen und Fonds ein Spitzsieb.

8. Reiben & Hobel
Mandoline, da hat jeder seine eigene Meinung, ich habe eine von De Buyer und bin sehr zufrieden, meine Freundin kann sie nicht leiden, sie ist zu unhandlich.
Kastenreiben sind meiner Meinung nach Platzverschwendung. Ich habe eine feine Handreibe für Muskatnuss, Zimt, Ingwer oder Kartoffeln, dazu eine grobe Reibe von Microplane für Parmesan.

9. Sonstiges
Mörser für Pestos, Pasten und Gewürzmischungen, Nudelholz für Pizza und, wie der Name schon sagt, Nudeln. Parisienne und Kugelausstecher sind Platzverschwendung, habe ich noch nie vermisst. Pinzetten habe ich in diversen Ausführungen, zwei lange mit ca. 30 cm und eine mit 16cm. Die langen zum Braten, die kurze zum Platzieren von Dekorationen in Cocktails. Nicht unwichtig für Fischesser, eine Grätenpinzette. Bei einer Grätenpinzette ist es wichtig, dass die Spitze abgerundet ist, damit Gräten nicht abgezwickt werden, sie sollte trotzdem greifen. Küchenschere und ein Spritzbeutel mit verschiedenen Aufsätzen. Kochgarn, eine Nadel habe ich jedoch noch nie gebraucht. Eine Pasteten- oder Terrinenform, am besten aus Metall.
Stampfer für Kartoffelbrei, kann durch nichts ersetzt werden.

10. Elektrogeräte
Elektrische Waage ist das non-plus Ultra, hat sich wirklich gelohnt. Ein Handrührgerät habe ich wie den Schneebesen durch eine Kitchen Aid ersetzt. Pürierstab ist gerade für Saucen enorm wichtig, dafür habe ich einen Schneebesen-Aufsatz, der ist nicht gut, das Nötigte kann damit aber erledigt werden. Ich finde eine Saftpresse ganz praktisch.
Ein Vakuumiergerät entweder zum Sous-Vide Garen oder um Vorportioniertes einzufrieren.

11. Verbrauchsmaterial
Alufolie, Backpapier, Frischhaltefolie und Bienenwachspapier aus Baumwolle

5 Dinge, die Sie (laut Volker Hobl) nicht brauchen – und warum
Spargeltopf – kann in einem normalen Topf gekocht werden, ich mag ihn eh nicht, einen extra Topf nur für Spargel ist übertrieben.
Salatschleuder – fand ich jahrelang extrem spießig, trotzdem sehr praktisch und bin ein großer Fan davon. Ich habe eine Salatschleuder von Tupperware. Für mich der große Vorteil, der Salat bleibt im Sieb in der Schüssel und kann luftdicht verschlossen werden.
Rouladenklammer
– bis ich den Bericht gelesen habe, wusste ich gar nicht, dass es das gibt.
Ananasschneider – dafür gibt es Küchenmesser.
Zestenreißer – finde ich extrem praktisch, da ich keine Kastenreibe oder feine Microplane habe. Außerdem brauche ich den groben Teil um dicke Spiralen von Bitterorangen- oder Zitronenschalen als Deko zu schneiden. Ob direkt im Cocktail oder im Zucker ausgekocht.

Die Liste variiert je nach Kochgegebenheiten. Sous-Vide Garer und Espuma gehören bei dem einen zur Ausstattung, ein anderer kann nicht ohne Räucherpistole und Marinadenspritze.

Ich fand die Liste sehr interessant und sie hat mich dazu gebracht, wo Zeit da ist, Ordnung in unsere Küche zu bringen und ein paar alte Sachen zu entsorgen und durch neue zu ersetze.

Da die Händler meines Vertrauens zwar im Moment nicht offen haben, einfach die Online-Shops nutzen:
Küchen-Lösch in Nürnberg
Van Dorp in Bonn

Beide haben eine gute Beratung vor Ort und prägen seit vielen Jahren das Stadtbild, was sie bitte nach der überstandenen Krise weitermachen sollen.
Wenn mir Samstag um halb sechs einfällt, dass ich vergessen habe Espuma-Kapseln oder Vakuumbeutel zu kaufen, möchte ich den Onlinehändler sehen, der mir die am gleichen Tag noch beschafft. Meinen Nachbarn kann ich nicht fragen, der hat nur ein Holzbrett und ein Messer.

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Mehr über die fabelhafte Welt des Essens und Trinkens gibt es auf Instagram unter https://www.instagram.com/genussfuchs1980/

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