Drinkzeitschriften: Wer die Wahl hat, hat die Qual

Neben Kochbüchern und unzähligen Kochzeitschriften möchte ich hier Zeitschriften aus der Getränkebranche einer Wertanalyse unterziehen. Neben allgemeinen Zeitschriften, wie Drinks oder Mixology, gibt es noch Zeitschriften über Craftbeer und Whisky.

Sind alle Zeitschriften sinnvoll oder wie ist der Nutzen?

Unterteilt werden können die Zeitschriften wie Kochbücher und Kochzeitschriften: nützliche Zeitschriften, interessante Zeitschriften, und zu guter Letzt die Zeitschriften, die einem nicht weiterhelfen. Wobei hier beachtet werden muss, dass ein Gin-Liebhaber sicher wenig Interesse am Whiskey Botschafter hat, umgekehrt genauso.

Drinks – alle 2 Monate 9,00 €
Die Drinks ist die offizielle Zeitschrift der DBU (Deutsche Barkeeper Union). Es geht um Spirituosen, Cocktails, Longdrinks, Equipment, Trends und natürlich Bars und die Menschen dahinter. Die Drinks konzentriert sich primär auf Bars in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Sehr umfangreiche Zeitschrift, vor allem die Barchecks und Spirituosen-Neuvorstellungen finde ich sehr gelungen, alleine dafür lohnt sich der Kauf. Die DBU News sind für mich eher uninteressant. Die Berichte von den diversen Meisterschaften zeigen, wie kreativ der Beruf des Barkeepers sein kann.
Bei den Cocktailrezepturen habe ich vereinzelnd das Problem, das ich nicht weiß, wo ich die jeweilige Spirituose herbekommen soll, außer übers Internet. Dadurch habe ich viele angebrochen Flaschen zuhause stehen und bekomme Newsletter von diversen Shops.

Nützliche Zeitschrift für alle, die sich für Bars, Spirituosen etc. interessieren.

Mixology– alle 2 Monate 9,50 €
Die Zielgruppe ist annäherungsweise identisch mit der der Drinks, allerdings etwas internationaler. Die Mixology greift ähnliche Themen auf, stellt Bars und neue Trends vor und reist dabei auch über den großen Teich. Themen sind Cocktails, Spirituosen, Longdrinks und Bars. Dabei sind die Berichte etwas abstrakter und greifen gerne mal Themen abseits des klassischen Barbetriebs ab, was nicht negativ gemeint ist.
Ein großer Pluspunkt ist, dass Städte mit ihren Bars vorgestellt werden. Das hat den Vorteil, dass man bei einem Besuch direkt mehrere Vorschläge hat.

Ebenfalls eine nützliche Zeitschrift für alle, die sich für Bars, Spirituosen etc. interessieren.

Die meisten Barkeeper lesen beide, wer sich jeweils nur eine kaufen möchte, sollte sich das aktuelle Cover angucken, einen Blick ins Inhaltsverzeichnis werfen und sich dann entscheiden. Beide Zeitschriften kann ich empfehlen.

Der Whisky Botschafter – quartalsweise 10,00€
Wie der Name schon sagt, eine Zeitschrift, wenn nicht sogar die Zeitschrift, ich kenne wenige, für den Whisky-Liebhaber. Alles dreht sich um das Destillat aus Getreidemaische, welches in Schottland, Irland und den mittlerweile etablierten Brennereien in Japan hergestellt wird.
Für mich war neu, dass es in Deutschland mehr Whisky-Brennereien gibt als in Schottland. Allerdings gibt es da hunderte, die gerade stillgelegt sind oder geschlossen wurden. In der mir vorliegenden Ausgabe ist ein interessanter Bericht über einen Whisky-Fan, der diese sucht, spannend und gutgeschrieben.

Für Whisky-Liebhaber eine nützliche Zeitschrift, für mich persönlich definitiv eine interessante Zeitschrift, die ich mir zukünftig sicher das ein oder andere Mal kaufe.

Craftbeer – quartalsweise 7,50 €
Die Zeitschrift für Craftbeer-Fans. Hopfen, Gerste, Malz oder Hefen – hier wird über alles geschrieben, was den Laien und Experten gleichermaßen interessiert. Mit Craftbeer beschäftige ich mich näher, seitdem ich auf der Pro Wein 2019 und in der Bierothek an einem Tasting teilgenommen habe. Die unterschiedlichen Einflüsse, die Hopfen, Hefe, Malz und Standzeit auf ein Bier haben können, sind beachtlich und es macht wirklich sehr viel Spaß, das zu entdecken.
Wie bei vielen Zeitschriften dieser Kategorie gefallen mir die Produkttests außerordentlich gut.

Für Craftbeer-Fans eine nützliche Zeitschrift. Ich werfe gerne einen Blick rein, kaufe sie spontan, wenn ich wieder eine paar neue Craftbeere testen möchte. Für Neuheiten und Empfehlungen habe ich zusätzlich eine Bierothek mit guter Beratung um die Ecke.

Getränke Zeitung – alle zwei Wochen 5,15 €
Ein reines B2B Medium und deshalb so interessant: Hier wird, ist nicht negativ gemeint, weniger Wert auf Hochglanz und Chichi gelegt. Es wird schlicht und einfach sehr gut recherchiert und genau das auf dem Punkt gebracht. In der mir vorliegenden Ausgabe gab es eine Trendanalyse zu stillem Wasser. Was in anderen Zeitschriften in philosophische Ausschweifungen abgedriftet wäre, wird hier in ein paar Spalten zusammengefasst, mit einer aussagekräftigen Grafik belegt und fertig.
Das ist einer der signifikanten Unterschiede zwischen B2B und B2C. Der Fachleser will möglichste viel Fakten in kurzer Zeit, der Konsument draußen, zu denen ich mich auch zähle, will unterhalten werden.
Da es die Zeitung leider nur im Fachhandel gibt, wird es schwer sein, sie dauerhaft zu bekommen.

Interessante Zeitung für die Getränkebranche, da sie alle zwei Wochen erscheint, sehr aktuell. Wenn sie im Hotel oder einer Bar ausliegt, ruhig mal einen Blick reinwerfen.

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Fallstaff – alle 1,5 Monate 9,50 €
Eine Zeitschrift, die sich an Etikettenkäufer wendet. Allerdings habe ich der Fallstaff eine nette Anekdote zu verdanken. Während der Pro Wein 2018 habe ich bei Concept Riesling auf dem Carlsplatz einen Zwischenstopp eingelegt. Hinter mir saß ein ehemaliger Abonnent der Fallstaff, der sein Abo gekündigt hatte, weil in dieser Aldi-Werbung abgedruckt war.
Entweder typisch Düsseldorfer oder Fallstaff-Leser. Neben überteuerten Weinen und Hochglanzberichten gibt es einen eigenen Restaurant- und Bar-Guide, der keinen nennenswerten Mehrbeitrag darstellt.

Hilft einem nicht weiter, da sie keinen Mehrwert liefert. Ich lese sie nur als kostenloses Give away von Hawesko bei einer Weinlieferung.
Ein Gutes hat die Zeitschrift: Wenn bei einem Discounter ein Wein mit einem Fallstaff-Prädikat ausgezeichnet ist, kann er bedenkenlos gekauft werden. Grüße gehen an den ehemaligen Abonnementen nach Düsseldorf, der diesen Empfehlungen sicher nicht folgt.

Merum – alle 2 Monate 13,50 €
Für mich persönlich das absolute Highlight dieser Analyse. Eine Zeitschrift, die sich zu 100% Wein und Olivenöl aus Italien verschrieben hat. Der Schreibstil ist fesselnd und einladend, meine Lust auf einen Urlaub im Piemont ist wieder da, eine Alternative ist ein Urlaub in der Irpinia, die Fabian Hörack in der aktuellen Ausgabe eindrucksvoll beschrieben hat.
Die Zeitschrift ist nicht kommerziell und ist mit einem Preis von 13,50€ sicher nicht im unteren Bereich anzusiedeln, wer ein paar wirklich gute Insider-Tipps aus Italien über Wein, Olivenöl und Regionen benötigt, ist hier sich gut beraten zuzugreifen.

Nützliche Kochzeitschrift für alle Italienliebhaber und Weininteressierte, die Weine abseits des Mainstreams suchen. Macht Spaß zu lesen, aus dem Grund könnte es auch der ein oder andere Artikel mehr sein.

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Wie bei Kochbüchern und -zeitschriften handelt es sich bei der Wertanalyse um eine subjektive Meinung, fällt bei jedem anders aus, da jeder andere Interessen hat.

Mehr über die fabelhafte Welt des Essens und Trinkens gibt es auf Instagram unter https://www.instagram.com/genussfuchs1980/

 

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