Wodka – leider nicht verstanden

Das Bild, das Wodka in der Öffentlichkeit hat, ist nicht das beste. Woran das liegt, ist relativ einfach erklärt. Wenn ich am Wochenende morgens joggen gehe, laufe ich durch eine Unterführung. Dort liegen des Öfteren zerbrochene Glasflaschen von klaren Spirituosen, die Namen von ehemaligen russischen Staatsoberhäuptern tragen. Dadurch wird der Morgensport teilweise zum Hindernislauf.
Der Markt von billigem, geschmacksneutralem Wodka ist sehr groß. Er wird gerne mit diversen zuckerhaltigen Softdrinks sowie Säften aus Konzentraten gemischt und konsumiert. Ist nicht gerade gesund, leider eine traurige Tatsache.

Wer sich mit Wodka beschäftigt, wird schnell feststellen, dass Wodka mehr sein kann als eine billige, hochprozentige, geschmacklose Spirituose um sich möglichst schnell zu betrinken.

Rund um Wodka gab es zwei relevante Auseinandersetzungen, erstens über den Ursprung. Seine Entstehung hat Wodka entweder in Russland oder Polen, da wurde er hauptsächlich aus Kartoffeln und Weizenmaische gebrannt. Da sich die beiden nicht einigen konnten, wer ihn zuerst gebrannt hat, wurden die Lorbeeren einfach geteilt.
Den zweiten Konflikt gab es 2003, als Diageo einen Wodka auf dem Markt gebracht hat, der weder aus Kartoffeln noch aus Weizen war, sondern aus fünffach destillierten Trauben. Das wollten die Traditionshäuser sich nicht gefallen lassen.
Wodka muss aus Kartoffeln, Melasse oder Weizen gebrannt werden, alles andere muss auf der Flasche ausgewiesen werden. Eine Molkerei in England produziert diese glasklare Spirituose aus Molke, ich hoffe, dass im Zuge des Brexits der Import von Milchwodka strengstens verboten wird.

In Russland und Polen wird Wodka fast ausschließlich pur getrunken. Westlich des Wodkagürtels wird Wodka, bedauerlicherweise, meistens als Cocktail oder, wie oben erwähnt, zum Mischen verwendet. Die bekanntesten Cocktails sind Bloody Mary, White Russian, Cosmopolitan, ein Gibson oder der Moscow Mule. Letzterer wurde nicht, wie der Name sagt, in Moskau, sondern in den USA erfunden.
Für einen Wodka ohne Charakter und eigenen Geschmack mag eine derartige Verwendung durchaus in Ordnung sein, dabei geht er meistens unter und kann seinen Charakter, seine Aromen und seinen eigenen Geschmack nicht entfalten.

Das geht in einem relativ unbekannten, dennoch häufig konsumierten Longdrink, der Skinny Bitch.

Die Skinny Bitch ist weit mehr als ein überaus beliebter Longdrink bei kalorienbewussten Wirkungstrinkern und in der Modewelt.
Aus guter Quelle weiß ich, dass sie in der Maastrichter Künstlerszene eine große Fanlobby aufweist und das zu recht.
Ein aromatischer Wodka und schon sollte dieser Longdrink nicht länger ein Geheimtipp sein.

Dazu einfach ein Longdrinkglas mit Eiswürfeln füllen, 5cl Wodka dazu geben und mit Sodawasser auffüllen. Zur Herstellung sollte ein Wodka mit eigenem Aroma verwendet werden, nicht der 10 Liter Plastikkanister aus der Metro, es hat seine Gründe, dass der nur 76,15 € kostet.

Beim Whiskey sind japanische Produzenten dabei den alteingesessenen Herstellerländern den Rang abzulaufen, das ist hier nicht anders. Der derzeitig beste Wodka kommt für mich zurzeit aus Japan. Haku Wodka wird aus reinem, weißem, japanischem Reis hergestellt, dabei wird er dreifach durch Bambuskohle gefiltert, wobei ich nicht genau sagen kann, ob es sich dabei um einen Marketing-Gag handelt oder es wirklich stimmt. Das Wichtigste ist, dass er wirklich gut schmeckt und ausgewogen ist – ob als Longdrink oder pur mit Eis.

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