La Cuisine de Paris – die neue Pariser Küche

Hin und wieder gibt es Kochbücher, bei denen es dem Hobbykoch schwerfällt, diese wieder aus der Hand zu legen. Clotilde Dusoulier hat das mit ihrem Buch geschafft, weil sie genau den Nerv getroffen hat, den ein Kochbuch über Paris treffen muss.
Paris ist neben Lyon noch immer die gastronomische Hauptstadt der Welt. Anders als Lyon, wo die traditionelle Küche in den vielen Bouchons bzw. von Paul Bocuse und seinen ehemaligen Schülern weitergeführt wird, hat sich Paris den zahlreichen neuen Einflüssen geöffnet.
Neben französischen Klassikern stellt Dusoulier in ihrem Kochbuch Rezepte mit asiatischen und nordafrikanischen Einflüssen vor, diese haben die französische Küche verändert und erweitert.

Den Ansatz, den das Buch verfolgt, finde ich gut gewählt, weil er für mich in zwei Bereichen neu war: die Aufteilung nach Tagesabschnitten und die vielen Rezepte aus anderen Kulturkreisen, in einem Kochbuch über Paris und die französische Küche.
Dies war am Anfang zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftig, entpuppte sich im weiteren Verlauf des Buches als gute und gelungen Innovation.

Zusätzlich garniert sie alle Rezepte mit lustigen, kurzen Anekdoten, wie es dazu gekommen ist und womit sie das Rezept verbindet. Für Café au Lait brauche ich sicher kein Rezept, was hingegen neu ist, Franzosen haben die Schale nicht, weil irgendwann die Tassen ausgegangen sind. So ist es einfacher sein Croissant oder gebuttertes Tartines einzutunken – eigentlich logisch.
Pochierte Eier, Brioche und russische Avocado – da steht einem ausgiebigen Frühstück nichts im Weg. Croque Madame oder ein Kartoffelchips-Omelett gibt es zum Mittagessen und trotz meiner anhaltenden Skepsis war das Omelett nicht schlecht und seit Langem mal wieder etwas, das meine Kinder gegessen haben, obwohl ich es anhand eines Rezeptes aus einem Kochbuch zubereitet habe.

Meine Lieblingskapitel sind weiter hinten im Buch, angefangen bei den Weinbars mit einem Rezept für gratinerte Muscheln mit Knoblauch und Petersilie sowie mit Cidre und Honig gebackener Camembert. Dazu eine Grüne Wespe, ein scharfer, frisch schmeckender Tequila-Cocktail mit Gurke, Koriander und Limette. Dass der French 75 nach einem französischen Schnellfeuergeschütz aus dem ersten Weltkrieg benannt wurde, wusste ich nicht und das ist nur eine der netten Geschichten, die das Buch mit Leben füllen.

Zwei einfache und gute Rezepte stelle ich im zweiten Teil vor. Einmal Pommes Anna mit brauner Butter und der Klassiker unter den Klassikern: Zwiebelsuppe. Ich habe beide Rezepte schon mehrfach ausprobiert und bin immer wieder begeistert, das Gutes so einfach sein kann.

Oft lege ich „La Cuisine de Paris“ nicht mehr aus der Hand, es ist für mich eines der besten Kochbücher der letzten Jahre, wenn nicht sogar überhaupt, es zaubert eine alltagstaugliche Pariser Küche auf den Tisch.

Copyright: http://www.verlagshaus.de Christian Verlag GmbH, München Cover-Illustration : Christa Thieser, CT Design

Mehr über die fabelhafte Welt des Essens gibt es auf Instagram unter https://www.instagram.com/genussfuchs1980/

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