Restaurant Villers – Mehr Schein als Sein

Auf der Suche nach einem Restaurant in Leipzig bin ich nach kurzer Suche auf das Restaurant Villers im Hotel Fürstenhof gestoßen.
Ein ambitioniertes Küchenteam kocht kreative Kompositionen der französischen und internationalen Küche, alles was es so gibt, irgendwie kombiniert. Das soll mit regionalen und saisonalen Produkten geschehen, wie dazu Jakobsmuscheln, Island-Kabeljau, US-Flanksteak und grüner Spargel im Winter passen, weiß ich nicht.
Entweder ist die Marketing-Abteilung nicht auf dem aktuellen Stand, die Küche macht was sie will oder, was am wahrscheinlichsten ist, die beiden reden nicht miteinander.

Das Hotel Fürstenhof liegt zentral und sieht von außen sehr einladend aus, ein altes Gebäude mit hohen Decken und prunkvollen Leuchtern. Schon kurz nach dem Empfang die erste Ernüchterung, es gibt nur das Valentinstagsmenü.
Das hatte leider mit Liebe und Romantik so viel zu tun wie die Speisekarte mit Saison- und Regionalität.

Zum Einstieg gab es halb rohen Thunfisch in Sesam auf einem Mango-Chutney mit Koriander. Wo der Koriander eingesetzt wurde, weiß ich nicht. Rausschmecken konnte ich diesen nicht und meiner Meinung nach kann Koriander immer rausgeschmeckt werden, da er einen sehr prägnanten Geschmack und intensives Aroma hat.
Danach den Lachs „French Toast“ mit roter Zwiebel, Zitrone und eingeweckter Gurke, die als Grundlage zu einer geschmacklosen grünen Sauce gedient hat, war eine lieblose Kombination, die ich hoffentlich nie wieder essen werde.

Die Entenconsommé à la chinoise mit Wachtelei und Ravioli war lauwarm, die Ravioli sogar kalt. Den Gang habe ich zurückgehen lassen, wurde anstandslos ausgetauscht, diesmal war es heiß.

Dann kam der Hauptgang, bestehend aus Kalbsfilet & Comté mit Chorizorisotto, geschmorter Karotte, Orange und grünem Spargel.
Da hat zum Schluss einmal überhaupt nichts zusammengepasst. Ein scharfes Risotto mit zarten Kalbsfilet, dazu Orange, die nahezu untergegangen ist und grüner Spargel.

Keine Abstimmung, keine rote Linie sowohl im Hauptgang wie im gesamten Menü.
Spätestens da habe ich mir gewünscht, dass ich nach der Aussage „Wir haben heute nur das Menü“, aufgestanden und gegangen bin.

Für einen Auszubildenden ist es eine interessante Aufgabe und große Herausforderung ein Themenmenü zu erstellt. Der Chefkoch sollte trotzdem die Zeit haben, das Menü zu korrigieren und dem aktuellen Anlass anzupassen.

Ob das Menü tatsächlich von einem Auszubildenden erstellt wurde, weiß ich natürlich nicht. So viele eklatante Fehler in einem Menü dürfen einem Küchenchef meiner Meinung nach nicht passieren. Menükunde hatte ich während der Ausbildung im ersten Lehrjahr, da wird das unterrichtet.

Wenn an einem besonderen Tag das à la Carte Menü ausfällt, sollte das vorher kommuniziert werden. Alles in allem muss ich sagen, dass an dem Abend, bis auf die hervorragende Weinbegleitung, nichts gepasst hat.

Eine Empfehlung gibt es definitiv nicht.

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