Neobiota – Löffel rein, glücklich sein

„Kommt doch erstmal rein und esst, bevor Ihr Bilder von draußen macht“, empfängt uns Erik Scheffler mit einem freundlichen Lächeln. Der Eindruck, dass im Neobiota Geschmack und Komposition des Essens im Vordergrund stehen, stimmt und wird bei jedem Gang bestätigt.
Eine schöne Optik täuscht nicht über einen schlechten Teller hinweg. Dazu möchte ich anmerken, dass die Optik der Teller ebenfalls sehr gelungen ist.
Das Neobiota liegt zentral in einer Kölner Seitenstraße und die komplette Front besteht aus Glas. Die offene Küche direkt hinter der Bar macht das Restaurant einladend in einer locker und ungezwungenen Atmosphäre.

Das Wichtigste ist natürlich das Essen und darum waren wir schließlich da. Das Menü mit der Weinbegleitung klang schon auf der Homepage sehr gut, zusätzlich haben wir den flambierten Kaisergranat bestellt.

Das Amuse Gueule ist gelungen und das hat einen guten Grund. Es schlägt einen Bogen zur Frühstückskarte und macht ungemein Lust darauf. Das Corned Beef vom Kalb mit Romanasalat und Brot mit Speckmarmelade schmecken grandios, sodass bei meinem nächsten Heimaturlaub hier ein zweites Frühstück bzw. das Mittagessen eingeplant wird.

IMG_20181228_210219.jpgWie alles, was noch folgen sollte, war das Wikingermüsli eine geschmackliche Offenbarung. Kartoffeln, Meerrettich, etwas Saibling in einer cremigen Sauce haben die Messlatte für die nachfolgenden Gänge sehr hoch gelegt und direkt im nächsten Gang wurde diese mit Bravour gemeistert.

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Radicchio mit Topinambur und Sonnenblumenkernen war ein perfekt abgestimmter vegetarischer Gang. Die erdige Topinambur harmonierte mit den Bitterstoffen vom Radicchio, dazu Sonnenblumenkerne. Es kann eigentlich nur schlechter werden, wird es nicht.

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Bergischer Matjes, in diesem Fall Saibling, nach Matjes Art eingelegt. Dazu gibt es Grünkohl in einem Sud aus Äppelwoi mit einer feinen Wacholdernote. Eine gute Kombination, gerade in Verbindung mit dem dazu empfohlenen „von Mühlen“. Ein Craft Beer aus der Malzmühle, welches bei der Flaschengärung vollendet wird.
Die Kombination Jever und Matjes ist sensationell, Von Mühlen mit Bergischen Matjes kann sich ebenfalls sehen lassen.

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Vor dem Hauptgang haben wir noch den flambierten Kaisergranat mit Spitzkohl und Zitrus eingeschoben. Die anfängliche Skepsis, ob Zitrus- mit den Röstaromen harmonieren war spätestens nach dem ersten bissen verflogen. Die Kombination war sehr gut abgestimmt, das sind die Gerichte, für die es sich lohnt, Essen zu gehen.

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Die Taube wurde, nachdem sie im Sous-Vide Garer die perfekte Kerntemperatur bekommen hat, kurz angebraten und mit der bunten Beete und Holunder in einer geschmacksintensiven Sauce serviert. Gut, dass dazu noch etwas Brot gereicht wurde, so musste ich nichts von der Sauce zurückgehen lassen.

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Vor dem Dessert gibt es von Sonja Baumann noch eine Sous-Vide Garer Empfehlung und wir bekommen erklärt, wie es zu dem Namen gekommen ist.

„Ein Neobiota ist ein Tier, das an einem Ort heimisch geworden ist, obwohl es ursprünglich nicht da heimisch war. In Köln leben zum Beispiel Papageien oder Waschbären und wir kommen beide nicht aus Köln. So ist es zu dem Namen gekommen.“ erzählt sie beim Aufräumen der kleinen Küche hinter der Bar, als es am Abend etwas ruhiger wird. Neben ihr sind noch Erik und Volker im Restaurant unterwegs.

Der Anova Sous Vide Garer mit Wifi Verbindung ist eine super Empfehlung und wurde schon bestellt. In Zukunft kann ich auf dem Weg nach Hause Suppe aufwärmen, das Fleisch vorbereiten oder einen Fond aufkochen.

Pekannuss, Ahorn, Honeycomb waren mit dem Ziegenmilch-Eis ein gelungener Abschluss. Besonders das Eis aus Ziegenmilch in Kombination mit dem Honeycomb ist ein wirkliches Highlight.

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Ein fantastisches Essen mit ausgefallenen Gerichten, in einer gemütlichen und schönen Atmosphäre mit sehr netten Gastgebern.
Neben einer alkoholfreien und alkoholischen Getränkebegleitung hat man die Möglichkeit eine gemischte Begleitung zu wählen. Eine sehr gute Idee, wenn man nicht so viel trinken möchte. Die alkoholfreie Begleitung ist empfehlenswert.

Bei nächster Gelegenheit ist ein Frühstück fest eingeplant, da ist das Motto hoffentlich dasselbe: Löffel rein, glücklich sein.

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Unbedingt probieren.

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