Brust oder Keule – ein zeitloser Klassiker

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In Tom Hillenbrands Roman Gefährliche Empfehlungen um den Koch Xavier Kieffer ist es ein kobaldblaues Buch und heißt Guide Gabin. Im Film Brust oder Keule heißt er der Duchamel  und Louis De Funés alias Charles Duchemin ist der engagierte, fanatische, enthusiastische und zugleich cholerische Herausgeber. Gemeint ist immer das eine Buch. Der Guide Michelin, DER Gastrokritiker, der alle anderen überstrahlt.

Nach einer langen Pause, wegen gesundheitlicher, Probleme ist Louis De Funés zurück auf der Leinwand bzw. auf DVD oder Blue-Ray.

 

Zusammen mit seinem ungleichen Sohn Gérard, hier gespielt von Coluche, spielt er den Herausgeber des Guide Duchemin, ständig in Eile und gestresst.

Charles Duchemin, Gastrokritiker und Herausgeber des „Guide Duchemin“, ist der Schrecken aller französischen Küchenchefs. Um seinen Restaurantführer ständig auf dem Laufenden zu halten, lässt Duchemin alle nennenswerten Restaurants von einem Heer von Agenten überwachen, die er selbst geschult hat. Sein Motto: Rettet die französische Esskultur! Sein Erzfeind Tricatel hingegen betreibt eine Ladenkette für synthetische Fertigprodukte. Das ist für Charles das größte Unheil: eine barbarische Offensive! Tricatel sieht das anders und serviert dem feinen Gaumen des Feinschmeckers ein widerliches Plastikmenü, das Duchemins Geschmacksnerven zerstört. Duchemin sinnt auf Rache und will seinem Intimfeind kräftig die Suppe versalzen…

Für Duchemin wird der Zahnarzt mit Stuhl ins Büro gebracht, nebenbei probiert er neue Kinderbreis. Der Schneider, der versucht hat, ihm einen Ehrenanzug zur Aufnahme in die Académie française  zu nähen, ist zu diesem Zeitpunkt schon längst verzweifelt.
Denn gerade laufen die Vorbereitungen für die neue Auflage des Duchamels. Diesen Umstand möchte sich Jacques Tricatel, Betreiber von Autobahnraststätten, zu Nutze machen. Die ausgezeichneten Restaurants aufkaufen und so seine Lebensmittelpampe über die gehobene Gastronomie auf den Markt zu bringen.
Ist heute gang und gebe. Unilever macht es, Nestlé sowieso. Sterneköche werden „gesponsert“ um Verbrauchern zu suggerieren, dass es sich um qualitativ hochwertige Produkte handelt.

Auf seine letzte große Tour nimmt er seinen Sohn mit, dabei stellt er fest, dass sein Sohn lieber den Clown im Zirkus spielt statt zu essen. Um das Dilemma komplett zu machen, wird er bei der Rückkehr ins Hotel von dem Besitzer erkannt. Diesen hat er vor einigen Jahren mit seiner Kritik in den Ruin getrieben.  Er wird solange mit „Tricatel-Müll“ vollgestopft, bis er bewusstlos ist und seine Geschmacksnerven verliert. Das Problem dabei, in einigen Tagen ist sein „Fernseh-Feinschmeckerduell“ mit Tricatel.
Um Tricatel trotz seines Handicaps zu überlisten, benötigt er den Gaumen seines Sohnes.

Ein sehenswerter Film mit einer grandiosen Besetzung, der schon einige Jahre auf dem Buckel hat – trotzdem ist er heute so aktuell ist wie damals.

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