Dr. Oetker Bistro Baguette, nicht Zuhause Französisch

Dass Franzosen Baguettes lieben und es ein nationales Kulturgut ist, ist im allgemeinen bekannt. Unsere Nachbarn haben auch die Bistro-Kultur entwickelt und auf die Spitze getrieben, was keinesfalls negativ gemeint ist, sondern voller Bewunderung. Auch im Winter oder bei Regen sitzen Französinnen und Franzosen  bevorzugt draußen unter Heizstrahlern.
Dr. Tiefkühl hat dieses Lebensgefühl aufgegriffen, das Bistro Baguette entwickelt und suggeriert dem Verbraucher mit dieser Mischung aus der italo-französischen Küche ein Stück französischen Lebensgefühls.
Stimmt leider nicht so ganz.

Weizenmehl mit Wasser, Hefe, Olivenöl und etwas Salz vermischen, darauf Tomatensauce mit einem Belag je nach Geschmack und dann das Ganze mit Käse überbacken ist eine gute Idee. Kommt ursprünglich aus Neapel, Italien, heißt da Pizza, ist rund und dünner als ein Baguette.

Dass Baguette aus Frankreich kommt ist unumstritten und belegte Baguettes bekommt man in Frankreich an jeder Ecke, nur werden die Weizenmehlstangen nicht mit Tomaten und Käse, Schinken und Ähnlichem belegt und überbacken. Käse-Schinken Baguettes gerne auch mit Salat, Tomaten- und Gurkenscheiben sind ein beliebter Snack. Die beliebtesten Gerichte der französischen Bistro Küche sind Croque Monsieur, diverse Salate, Rindertatar, Pasteten, Quiche, Tartes, Zwiebelkuchen oder die klassische Zwiebelsuppe.
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Dass das TK-Baguette im Stile von Dr. Oetker es ins die Tiefkühlregale der französischen Supermärkte geschafft haben, ist Fakt.

Da Geschmäcker unterschiedlich sind, möchte ich folgende Variante empfehlen.

Das Baguette ersetzt man einfach durch Natursauerteigbrot.

Zutaten:
2 Scheiben Natursauerteigbrot – kann ruhig schon ein paar Tage liegen, man sollte es nur schneiden können, ohne dass es bricht.
etwas Butter zum bestreichen (kann man nach belieben durch Olivenöl ersetzen dazu später mehr)
2-3 Strauch- oder Flaschentomaten
30 Gramm blanchierter Spinat (verfeinert mit Muskatnuss, Knoblauch)
zerbröselter Roquefort (für den Spinat)
geriebener Emmentaler (für alles andere, bei Artischocken bevorzuge ich Büffelmozarella)
Kräuter (Basilikum, Thymian, Petersilie) gehackt

Die Brotscheiben dünn mit Butter bestreichen, die Tomaten würfeln. Wer statt Butter Olivenöl bevorzugt, kann die Tomaten mit Olivenöl vermischen mit Pfeffer und Salz abschmecken und die Kräuter dazugeben.
Egal wie man es macht, als erstes kommen die Tomaten auf das Brot, ob mit oder ohne Butter.
Den Ofen auf der höchsten Stufe Ober-Unterhitze vorheizen.

Das eine Brot mit dem Spinat belegen und den Roquefort bestreuen.
Wie man das andere belegt, ist Geschmackssache. Nur Tomaten und Käse ist eine Möglichkeit, Thunfisch mit Kapern und Zwiebeln eine weitere.

Es gibt unzählige Möglichkeiten. Jeder hat seine Favoriten.

Ich möchte nicht bestreiten, dass das Bistro Baguette mittlerweile Einzug in die Französische Bistro-Küche erhalten hat. Bei meinen letzten Besuchen in französischen Bistros von Lyon, Bordeaux, Paris, Nizza, Nancy, Marseille, Lille oder Straßburg habe ich keine auf der Karte gesehen.  Genauso wenig  in Dörfern der Provence, Camargue, Dordogne, dem Elsass und dem Rhonetal.
In Kochbüchern von Paul Bocuse, Anne-Sophie Pic, Auguste Escoffier, Alain Ducasse oder über die klassische französische Küche findet das Bistro Baguette keine Erwähnung.

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