Gasthaus Rottner, hoffentlich nicht der neue Standard

Bis zum heutigen Mittag war ich ausschließlich zum Abendessen im Gasthaus Rottner. In der gemütlich eingerichteten Stube des barocken Backsteinhauses wird eine sehr gute, gehobene fränkische Küche angeboten.

Bis Anfang 2106 leitete Stefan Rottner alleine die Küche im familiengeführten Romantikhotel, jetzt wird er von seinem Sohn Valentin Rottner unterstützt.
Nach seiner Lehre bei Alexander Herrman im gleichnamigen Restaurant ging Valentin Rottner auf Wanderschaft durch einige der besten Küchen in Deutschland. Unter anderem lernte er bei Johannes King auf Sylt und Nils Henkel in Bergisch Gladbach.
Jetzt ist er wieder in Franken angekommen und kocht zusammen mit seinem Vater  in seinem Elternhaus: dem Romantikhotel Gasthaus Rottner.
Der Empfang  ist sehr freundlich und man bekommt einen Tisch in einer ländlich eingerichteten Stube. Am Abend trifft man hier hauptsächlich Familien und Verliebte zum Essen. Beim Mitagessen teilen sich Geschäftsleute die Stuben.  Gleichzeititg mit der Speisedsc_0001karte bekommt man auch das erste Amuse-Gueule serviert, diesmal eine Kombination aus kalten Pilzen. Beim Amuse-Gueule kann man sagen ja es schmeckt oder es war grauenhaft, aber hier probiert der Koch gerne was aus, das ist auch legitim.

Die Kombination mit kalten Pilzen war nicht ganz mein Geschmack. Dafür hat der eingelegte Matjes mit Sahne, Apfelgelee, eingelegten Zwiebeln an Essiggurke sehr gut geschmeckt. Standard-Brot mit Curry- und Kräuterfrischkäse, dazu griechisches Olivenöl und geräuchertes Salz. Das war alles in Ordnung, aber etwas mehr erwartet man heutzutage einfach. Das Niveau der Köche und Küchen steigt und der Anspruch der Gäste somit auch.

dsc_0004Die Taube als Vorspeise war etwas schwach gewürzt, eine Prise Salz, etwas Pfeffer und ein paar Minuten mehr in der Pfanne hätten ihr sicher gut getan. Die eingelegten, schwarzen Nüsse haben ihre Wirkung verfehlt, da sie kein besonderes Aroma eingebracht haben. Das Dressing zum Salat war ebenfalls schwach gewürzt. Ich finde auch, der Teller war nicht ordentlich abgestimmt. Die Komponenten haben nicht zueinander gepasst, das Zusammenspiel der Zutaten hat gefehlt.

Zum Hauptgang gab es Charolaisfilet mit Rotweinschalottensauce und Kräuterbutter. dsc_0006Das Filet war auf den Punkt und die Sauce sehr gut. Die Kräuterbutter wäre nicht nötig gewesen, zum Brot hätte die besser gepasst, aber sie war trotzdem sehr gut. Was an Salz bei der Taube gefehlt hat, haben die Köche dann leider in das Kartoffelgratin gekippt. Das Ratatouille war geschmacklich das was man erwartet, guter Standard.  Für mich persönlich haben Thymian und Basilikum gefehlt. Die beiden Kräuter geben dem Gericht diese unverwechselbare geschmackliche Nuance, außerdem hätte es etwas wärmer sein können.

Das Dessert bestand dann nur noch aus einem Espresso. Dazu wurde eine Mandarinen-Gugelhupf gereicht. Sehr nett, dass es eine kleine Beilage dazu gibt. Hätte die Kellnerin mich nicht drauf hingewiesen, dass es sich um einen Mandarinen Gugelhupf handelt, wäre das völlig unbemerkt geblieben.

Das war mein mittlerweile dritter Besuch beim Rottner und bis jetzt auch der enttäuschenste. Weiß nicht, ob es daran lag das ich mittags da war oder ob der Koch einen schlechten Tag hatte. Ich hoffe mal, dass es sich dabei nicht um den neuen Standard handelt.

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