Das „Les Tablettes“ von Jean-Louis Nomicos, die Disco aus Scarface gibt es wirklich.

Wer das Les Tablettes in Paris betritt, wird so lange freundlich begrüßt, bis die Kellner erfahren, dass man alleine kommt. Da wird man mit genervtem Gesichtsausdruck durch den Raum, der den Lautstärkepegel einer Bahnhofshalle hat, an einen Tisch gebracht und erst einmal sitzen gelassen. Wenn die keine Tische für eine Person vergeben möchten, sollen Sie die Position nicht auf ihrer Seite anbieten.
Die Speisekarte bekommt man noch auf Papier, während die Weinkarte auf einem IPad hinterlegt ist  – kann man sehen, wie man will, ist auf alle Fälle praktisch, wenn mal Positionen wegfallen. Dass die Atmosphäre dahin ist, ist eigentlich egal, da das Restaurant mehr an die Disco aus Scarface erinnert, als an ein Top-Restaurant, das es doch eigentlich sein möchte.
Das Beste bis zum jetzigen Zeitpunkt war die Tatsache, dass Jean-Louis Nomicos mal eine Begrüßungsrunde gedreht hat. Zum Einstieg gibt es ein Tomatensuppen-Gazpacho mit rohen Zwiebelwürfeln und Mozzarella. Klingt einfach und simpel, war aber wirklich genial. Ist eigentlich genau das, was man erwartet – einfache Produkte verbinden sich zu einem neuen und einzigartigen Geschmackserlebnis. Auch das norditalienische Olivenöl ist klasse – man bekommt aber während des gesamten Menüs nur eine kleine Schale, wird auch auf Nachfragen nicht nachgefüllt. Schade eigentlich.
Als ich mir verschiedene Restaurants in Paris angeguckt habe und überlegt habe, wo ich hingehe, war genau das ein Punkt, der für das Les Tabletts gesprochen hat:  Einfache Zutaten werden durch gute Kombinationen zu neuen Erlebnissen.
dsc_0164Der erste Gang aus Rotbarbe, Anchovis, Majoran, Piquillos und Oliven war in Ordnung, mehr aber auch nicht. dsc_0166Der Service ist immer noch auf dem gleichen unterirdischen Niveau. Der nächste Fischgang war auch nicht besser und bleibt in keiner Erinnerung.

Gutes Essen bleibt einem in Erinnerung, schlechtes auch, aber das war einfach nichtssagend.

Kommen wir zur Spezialität des Restaurants:  Macaroni mit schwarzem Trüffel, Enten-Foie-Gras und Kalbssauce. Herzlichen Glückwunsch – für was? Genau, für nichts. dsc_0167Verkochte Makkaroni mit Sahne,  Käse und dazu angeblich Enten-Foie-Gras, die geschmacklich nicht rausgekommen ist, dazu schwarze Trüffel in einer akzeptablen Kalbssauce. Ist schon traurig, dass ein so hoch gelobtes Restaurant als Spezialität so ein Gericht präsentiert.

Das Rinderfilet mit den Kartoffeln und der Sauce war wie der Rest,  in Ordnung.
dsc_0168Leider konnte  das Dessert das Ganze am Ende auch nicht retten. Was soll ich sagen, letztendlich ist ein Restaurant und Essen immer Geschmackssache, anders ist es beim Les Tablettes auch nicht, aber es hat meinen Geschmack nicht getroffen, ein schlechter Service in Verbindung mit der Lautstärke eines Güterbahnhofterminals, mittelmäßigen Essen und das zu Preisen eines Spitzenrestaurants sind eine Kombination, die ich nicht brauche.

Werde das Restaurant sicher nicht nochmal besuchen, fürs gleiche Geld habe ich in Paris dreimal hervorragend in kleinen Bistrots gegessen.

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