Die Spur des Barolo, ein spannender Weinkrimi im Piemont

Spur des Barolo
Die fröhliche Weinreise ins Piemont endet im Desaster. Arnold Sturm, einer der sieben Düsseldorfer Weinfreunde, ist spurlos verschwunden. Und zwar, wie es aussieht, auf dem Rückflug von Turin. Wurde er entführt? Aber wie und warum? Und lebt er noch? Ehefrau Francesca will so rasch wie möglich Antworten auf diese Fragen, aber die Behörden erweisen sich als wenig kooperativ. Also nimmt die energische Italienerin die Sache selbst in die Hand und stellt, als Wein-Einkäuferin getarnt, Nachforschungen an.

Wo soll man anfangen?
Der Spannungsbogen ist sehr gut, das Thema ist aktuell und für jeden Weinliebhaber reizvoll, die Charaktere sind gut ausgearbeitet aber teilweise etwas überzeichnet, Hackerkurse in der Schule, binnen ein paar Tagen Weinexperte und eine Homepage erstellt, alles was zu schnell.
Der Star des Buches ist aber definitiv die Beschreibung der Landschaft. Paul Grote schafft es den Leser abzuholen und direkt in eine spannende Geschichte einzuführen. Eine Weinreise, ein Entführter, der aber im Flugzeug eingecheckt ist, wie passt das alles zusammen? Was hat eine verschlüsselte Datei damit zu tun? Francesca macht sich nach einem Ein-Tages-Weinseminar bei ihrem Vater und mit eilig erstellten Visitenkarten und einer Tarnung als Einkäuferin für Düsseldorfer Restaurants auf die Spur um Ihren im Piemont verschollenen Mann zu finden.
Das Buch fängt die Atmosphäre dieser wunderschönen Region derart gut ein, das man sich wieder dahin wünscht. Als ich das Buch beendet habe und mit meiner Freundin bei einem Schmorrbraten und einem kräftigen Barolo saß, haben wir beschlossen, demnächst wieder eine Woche in den Piemont zu fahren.

Für den gefesselten Leser kann ich folgende Empfehlungen geben.
Zum Beispiel eine Übernachtung auf einem wunderschönen Weingut in den Bergen des Piemonts, die einen wirklich hervorragenden Rotwein hergestellt haben. Die Azienda Bricco Rosso liegt mitten im Weinberg und bei klarer Sicht – die ich im Piemont noch nicht hatte – kann man sogar die Alpen sehen. Von da kann man bequem Alba besuchen und natürlich auch das Museum in Barolo. Die Beschreibung von Paul Grote ist so gut, dass man glaubt, man wäre wieder da, auch die Beschreibung der Dörfer, Weingüter und der Landschaft im Piemont ist sehr detailliert. Er kennt die Umgebung sehr genau und hat sie während seiner Recherche besucht, nicht nur über Google Maps angeguckt. Sogar das Piazza Duomo  wird erwähnt, hier kocht mit Enrico Cripa einer der vielleicht aktuell besten Köche der Welt. Wenn man nach Alba fährt, sollte man definitiv einen Besuch bei ihm ein planen. Wer das Vergnügen hat, während der Trüffelmesse (Oktober – November) in der Stadt zu sein, sollte das Trüffelmenü probieren. Ansonsten sollte man auf alle Fälle den 21, 31, 41 Salat probieren. Wer da keinen Tisch mehr reservieren kann, sollte ins Locanda del Pilone gehen, da habe ich eines der besten Risottos aller Zeiten gegessen und der Kalbsschmorbraten in Barolo zergeht einem auf der Zunge, dazu eine Polenta mit Schalotten in Rotwein und der Abend wird einem ewig in Erinnerung bleiben.
In der Nähe von Alba ist noch eine Unterkunft, die man in Betracht ziehen sollte, wenn man ein paar Tage im Piemont verbringen möchte. Die Cascina Giardini ein wirklich schöner Bauernhof mit eigener Weinproduktion.
Neben einem wirtklich guten Wein, kann man da auch eine Nussnougat-Creme kaufen, die mit Honig gesüßt wurde und natürlich Haselnüsse aus der eigenen Produktion.

Das sollte man auf keinem Fall verpassen, wenn man im Piemont ist. Die Region ist nicht nur bekannt für Barolo und Barbaresco, weiße Trüffel und Ferrero, nein, in der Region wächst die höchste Klasse der Haselnuss und damit sind wir bei einem der größten Probleme, wenn man die Region wieder verlässt. Wer einmal diese Haselnuss probiert hat, findet alle anderen Haselnüsse extrem fettig und ölig. Man kann es nicht beschreiben, dieser knackige Biss ist einfach einmalig – Enrico Cripa verbindet die Haselnuss mit Jakobsmuscheln, weißen Trüffeln und einer einmaligen Sauce zu einem Gericht, bei dem man nicht glaubt, das es schmecken könnte, tut es aber.

Leider hat Paul Grote nur ein Buch über den Piemont geschrieben, aber nach einem viermonatigen Aufenthalt in Bordeaux weiß ich schon, was ich als nächstes lese. Kaufen kann man das Buch über seinen lokalen Buchhändler.

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